Damenverbindungen

Farbentragende Studentinnen, Berlin 1916

Die ersten Damenverbindungen entstanden schon vor dem Ersten Weltkrieg, als Frauen regulär zum Studieren an deutschen Universitäten zugelassen wurden. Es gab vier Verbände von Damenverbindungen, die jedoch alle im Zweiten Weltkrieg mit dem Verbot der Studentenverbände aufgelöst wurden. Diese waren der Verband der Studentinnenvereine Deutschlands (VStD), der 1906 mit sieben Vereinen gegründet wurde, der Deutsche Verband Akademischer Frauenvereine (DVAF), gegründet im Jahr 1914 mit neun Vereinen, der Verband der katholischen Deutschen Studentinnenvereine (VKDSt), der 1913 mit 21 Vereinen gegründet wurde, und die Deutsche Christliche Vereinigung Studierender Frauen (DCVSF), die vorwiegend evangelisch war und 1904 mit 20 Vereinen gegründet wurde. Insgesamt existierten bis 1933 ca. 100 Verbindungen von Studentinnen. Die Anzahl an korporierter Frauen war dabei weitaus größer als heutzutage.

In den 50er Jahren gründete sich lediglich der VKDSt als Frauenverband neu, jedoch als Bund katholischer deutscher Akademikerinnen (BkdA) und unter Aufgabe jeglicher Verbindungsprinzipien. Erst Ende der 70er-Jahre gründeten sich erneut Damenverbindungen. Die älteste und noch aktive Damenverbindung entstand im Jahr 1982.

Heute gibt es in Deutschland mehr als 45 aktive Damenverbindung, es existieren jedoch keine weiblichen Dachverbände mehr. Einige Damenverbindungen sind Mitglied im Unitas-Verband (UV) und jeweils eine ist Mitglied im Schwarzburgbund (SB) bzw. Sonderhäuser Verband (SV). In Österreich gibt es mittlerweile wieder zwei Dachverbände für Damenverbindungen: den Verband farbentragender Mädchen (VFM, 11 Vereine) und die Vereinigung christlicher Studentinnenverbindungen Österreichs (VCS, 8 Vereine).

Für den Austausch zwischen den heutigen Damenverbindungen findet seit 1989 einmal jährlich das internationale Damenverbindungstreffen (DVT) statt.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Damenverbindung